Seemannsgarn 2008
Unsere Geschichte fängt an in einem uralten Haus auf einer Insel in der Südsee,
wo 3 Schwestern mit ihren beiden Großmüttern die Sommerferien verbrachten: Sabine, 11 Jahre, Lea,
10 Jahre, und Maren- Luis, 9 Jahre alt, dazu Oma Elisabeth, Vaters Mutter, und Oma Anni, Mamas Mutter.
Nach dem langen Flug von Stuttgart nach Honolulu stürmten die 3 Mädchen in das uralte Haus, rannten in alle Ecken, von Stockwerk zu Stockwerk, bis die Omas zum Abendessen riefen. Nach dem Essen gingen die drei ins Bett. Sabine und Maren-Luis schliefen sofort ein, nur Lea konnte nicht einschlafen. Leise stand sie auf und schlich auf den Dachboden, den sie mittags nicht erkundet hatten. Als sie oben ankam, stolperte sie in der Dunkelheit über etwas Hartes. Sie bückte sich und hob den Gegenstand auf – es war eine Taschenlampe. Sie knipste sie an, und alles war plötzlich hell erleuchtet. Lea blickte sich um,
sah viele alte Möbel und mittendrin stand eine alte Truhe.
Vorsichtig schlich sie darauf zu und versuchte, sie zu öffnen, aber es gelang ihr nicht. Als sie gerade gehen wollte, hörte sie ein Knarren. Lea drehte sich ruckartig um und leuchtete mit der Taschenlampe auf die Truhe. Sie traute ihren Augen nicht: die Truhe war offen!
Als sie sich über die Truhe beugte, schlug ihr ein modriger Geruch entgegen. Der kam von einem mottenzerfressenen Buch. Gespannt nahm sie es heraus und schlug es auf. In dem Buch waren lauter Piratenschiffe abgebildet.
“Das ist ja toll”, rief Lea, “das muß ich meinen Schwestern zeigen!” Leise rannte sie ins Schlafzimmer ihrer Schwestern und weckte sie auf. “Hallo”, flüsterte sie, “ich habe etwas Spannendes entdeckt! Seht das alte Buch! Lauter Piratenschiffe!” Sie schlugen das Buch auf, ein plötzlicher Wirbel erfaßte die Drei und riss sie auf eines der abgebildeten Piratenschiffe. Sie landeten in einer verrotteten Kajüte. Ängstlich schauten sie sich um und schlichen eine Treppe hoch. Auf einmal hörten sie ein großes Geschrei und lautes Getrampel. Die Mädchen erschraken und versteckten sich. Als sie vorsichtig um die Ecke spickten, sahen sie unheimliche Gestalten. Sie trugen Schwerter, Augenklappen und Kopftücher.
Das müssen Piraten sein, dachten die Drei. Staunend verließen sie, ohne auf die Gefahr zu achten, ihr Versteck. Schon war es passiert – ein Pirat entdeckte sie. “Was wollt ihr hier?” Mit zitternder Stimme sagte Sabine: “Wir wissen nicht, wo wir sind! Ein Wirbelwind hat uns hierher geweht.” “Ihr seid auf einem Piratenschiff mitten in der Südsee und müßt jetzt sterben.” Der Pirat rief: “He, Männer, wir haben Besuch bekommen! Drei kleine Mädchen! Was sollen wir mit ihnen machen, Käptn?” “An den Mast binden, dort sollen sie verhungern und verdursten!” sagte der Käptn. “Warum?” fragten die Mädchen erschrocken. “Wir wollen nicht, daß ihr unsere Schatzkarte klaut.” “Wir wußten gar nicht, daß ihr eine Schatzkarte habt!” “Trotzdem müßt ihr sterben”, sagte der Kapitän. Als die Mädchen am Mast angebunden waren, erhob sich ein gewaltiger Sturm. Das Piratenschiff wurde von den hohen Wellen mächtig hin und her geworfen. Plötzlich tauchte aus einem Wellental ein riesiges, furchterregendes Seeungeheuer auf, und am höchsten Mast des Schiffes erschien der Klaubautermann.
“Hilfe, der Klabautermann. Laßt die Mädchen frei!” rief aufgeregt ein Pirat. Doch es war zu spät! Das Ungeheuer hob das Piratenschiff hoch und schmetterte es an Land.
In diesem Moment fielen die Mädchen aus dem Bett und erwachten. Sie sahen sich erleichtert an, und Maren-Luis sagte: “Ein Glück, daß es nur ein Traum war!”
An dieser Geschichte wirkten erzählend und gestaltend mit:
Laura Keller
Sabrina und Sarah Wägerle
Hanna Demel
Nele Körber
Linda Maderer
Melanie Döbke
Jacqueline Proß
Maximiliane Waldecker
Sie wurden begleitet von Rosemarie Gütig und Ursula Pink
